Identität vs. Gotteserkenntnis

Zusammenfassung:

Daniel 4 – Wenn Entmenschlichung Gericht ist, nicht Identität

Zur Zeit Daniels regierte Nebukadnezar. Ein König mit absoluter Macht – und absolutem Hochmut. Die Folge ist bekannt: Gott entzieht ihm zeitweise den menschlichen Verstand. Er lebt wie ein Tier, bis er erkennt, wer wirklich regiert.

„…bis du erkennst, dass der Höchste Gewalt hat über das Königtum der Menschen und es verleiht, wem er will.“
(Daniel 4,25 – Elberfelder CSV Hückeswagen)

Der Text ist eindeutig:
Nebukadnezar identifiziert sich nicht als Tier. Er wird entmenschlicht – als Gericht Gottes. Sein Zustand ist kein Ausdruck innerer Wahrheit, sondern Zeichen göttlicher Zucht. Erst mit der Anerkennung Gottes kehrt die Vernunft zurück:

„Und in demselben Augenblick kehrte mein Verstand zu mir zurück.“
(Daniel 4,34)

Der Vergleich zur Gegenwart

Heute wird Entgrenzung der Identität als Fortschritt verkauft: Mensch erklärt sich selbst zum Maßstab, Geschlecht oder gar Tier zur frei wählbaren Kategorie. Das ist das genaue Gegenteil von Daniel 4.

Damals:
– Entmenschlichung = Strafe
– Ursache = Hochmut
– Ende = Umkehr
– Maßstab = Gott

Heute:
– Entmenschlichung = Anspruch
– Ursache = Selbstdefinition
– Ziel = Bestätigung
– Maßstab = Ich

Nüchterne Schlussfolgerung

Daniel 4 liefert keine Parallele zur Rechtfertigung moderner Identitätskonzepte, sondern ein Gegenargument. Wo der Mensch die von Gott gesetzte Ordnung verlässt, verliert er Orientierung. Wo Gott anerkannt wird, kehrt Klarheit zurück.

Die Bibel nennt das nicht Selbstverwirklichung, sondern Verirrung. Und sie verschweigt nicht, wohin das führt.

Genauer gewünscht?

Der Bericht in Daniel 4 gehört zu den ungewöhnlichsten, aber zugleich klarsten Texten der Bibel. Er schildert keinen Mythos, keine Allegorie und kein psychologisches Gleichnis, sondern ein historisches Geschehen mit theologischer Aussageabsicht. Nebukadnezar, der mächtigste Herrscher seiner Zeit, verliert zeitweise seine Vernunft und lebt wie ein Tier. Der Text selbst liefert sowohl Ursache als auch Ziel dieses Zustandes eindeutig.

Ausgangspunkt ist der Zustand des Königs vor dem Gericht. Nebukadnezar sieht sich als Quelle seiner eigenen Größe. Seine Macht, sein Reich, sein Erfolg erscheinen ihm als Ergebnis eigener Leistung. Genau hier setzt das göttliche Urteil an. Nicht weil er schwach ist, sondern weil er sich selbst absolut setzt, wird ihm das genommen, was den Menschen zum Menschen macht: Verstand, Maß und Selbstbeherrschung.

Der Text formuliert das Ziel ausdrücklich:

„…bis du erkennst, dass der Höchste Gewalt hat über das Königtum der Menschen und es verleiht, wem er will.“
(Daniel 4,25 – Elberfelder CSV Hückeswagen)

Der Verlust der Menschlichkeit ist also kein Ausdruck einer inneren Identität, sondern eine zeitlich begrenzte Konsequenz göttlichen Handelns. Nebukadnezar wird nicht als Tier „anerkannt“, sondern auf ein tierähnliches Dasein herabgesetzt. Seine Selbstwahrnehmung ist dabei irrelevant. Der Maßstab liegt außerhalb seiner selbst.

Entscheidend ist, dass der Zustand nicht offen bleibt. Er endet exakt in dem Moment, in dem die Ursache beseitigt ist:

„Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kehrte zu mir zurück.“
(Daniel 4,34)

Die Wiederherstellung geschieht nicht durch Selbstbestätigung, sondern durch Erkenntnis. Erst als Nebukadnezar Gottes Souveränität anerkennt, kehrt seine Vernunft zurück. Der Text verknüpft Menschsein ausdrücklich mit der Anerkennung einer objektiven Ordnung über dem Menschen.

Damit setzt Daniel 4 einen klaren theologischen Rahmen:
Menschsein ist nicht Ergebnis subjektiver Definition, sondern Teil einer von Gott gesetzten Realität. Wird diese Ordnung bewusst negiert, folgt nicht Befreiung, sondern Desorientierung.

Vor diesem Hintergrund wirkt der Vergleich zur heutigen Identitätsdebatte nicht konstruiert, sondern naheliegend. In der Gegenwart wird Identität zunehmend als vollständig selbstbestimmbar verstanden. Geschlecht, Körperlichkeit und sogar Artzugehörigkeit werden als Kategorien behandelt, die der Mensch durch Erklärung verändern könne. Der Maßstab ist dabei konsequent das eigene Empfinden.

Der Gegensatz zu Daniel 4 könnte deutlicher nicht sein. Dort gilt:
Nicht der Mensch definiert sich selbst, sondern Gott definiert den Menschen.
Nicht Selbstzuschreibung führt zur Ordnung, sondern Anerkennung der Wahrheit.
Nicht Bestätigung stabilisiert die Vernunft, sondern Unterordnung unter Realität.

Der biblische Text beschreibt Entmenschlichung ausdrücklich als Abweichung, nicht als Variante. Sie ist Zeichen eines gestörten Verhältnisses zur Wahrheit und endet erst, wenn dieses Verhältnis korrigiert wird. Genau darin liegt die nüchterne Warnfunktion des Textes.

Daniel 4 erklärt nicht jede Form moderner Identitätsverwirrung psychologisch oder medizinisch. Das ist auch nicht seine Absicht. Er legt jedoch ein Prinzip offen: Wo der Mensch sich selbst zum letzten Maßstab erhebt, verliert er Orientierung. Wo er erkennt, dass er Geschöpf ist und nicht Schöpfer seiner selbst, kehrt Klarheit zurück.

Die Bibel lehrt uns eine einer unfassbaren fülle von Erkenntnis wie wir leben sollen. In Deutschland wird alles umgekehrt und gegen das Wort Gottes gewendet. Wir sollten uns nicht wundern warum das System kippen wird. Wir haben uns abgewendet von Gott und seinem Wort und feiern diese Abkehr. Wie dumm und selbstverliebt kann man nur sein?

Kehrt um, lest die Bibel die so viel Weisheit bietet. Die Bibel ist Gottes Wort, in jedem Vers steckt mehr inhalt als in jeglicher Diskussion der Regierung. Ich kann mich nur Schämen in einem so Gottverleugnenden Land zu leben und für die Menschen um erkenntnis Beten.